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Karelien 2008

Abenteuer Karelien oder Im Osten (et)was Neues! – 7

Oulu / Finnland,

Dienstag, 05.08.2008

Fahrt zum Weihnachtsmann nach Rovaniemi und weiter an den Bottischen Meerbusen nach Oulu oder das Leben an einer finnischen Tankstelle. 

Auf dem Weg aus Kiruna stoppen wir an der sehenswerten großen Holzkirche, die 1912 von Gustaf Wickman in Anlehnung an die Form eines Lappenzelts errichtet wurde. Besonders eindrucksvoll ist das Altarbild, das eine sonnendurchströmte Landschaft zeigt und das Prinz Eugen von Schweden malte. Wenige Kilometer hinter Kiruna liegt in Jukkasjärvi das Eishotel, das jährlich ab Oktober neu gebaut und im Dezember eröffnet wird. Eine weitere Attraktion ist der Raketenstartplatz Esrange der ESA. Ab dem Jahr 2010 sollen in Kiruna Weltraumflüge starten, bei denen man für vier Minuten Schwerelosigkeit erleben kann.Liebevoll sind die wenigen interessanten Punkte entlang der Straße ausgeschildert. Meist sind es technische Denkmäler, alte Friedhöfe und Kirchen. Durch das Tal des Torneälven, den bei uns eher wenige kennen, der aber hier schon eine Breite hat, wie die Elbe bei Lauenburg, erreichen wir Pello und damit Finnland. Tankstopp in Pello mit einer Kaffeepause. Auf unserer Weiterfahrt macht unser Begleitfahrzeug schlapp, die Kupplung tut es nicht mehr. Ich schicke die Gruppe zu unserem nächsten Ziel, nach Rovaniemi, wechsle vom Motorrad aufs Auto und lasse mich nach Pello zurück schleppen. Knapp 100 km weiter südöstlich erreicht die Gruppe Rovaniemi, der finnischen –  kommerzialisierten – Überlieferung nach die Heimat des Weihnachtsmannes. Aber montags ist er nicht zu Hause, es ist geschlossen. Also ein erneuter Versuch am nächsten Tag. Dieses Mal klappt es, allerdings mit einiger Wartezeit, denn der Weihnachtsmann öffnet erst um 10 Uhr. Je nachdem, wie man an diesen Ort herangeht, ist es ein Vergnügungspark der kommerzialisierten Abzocke – hohoho! – oder eines Ortes auf den man sich kindlich wieder einlässt – und es sind gerade überwiegend Erwachsene die 10 € Eintritt bezahlen und dann jeweils mehr an den einzelnen Orten. Natürlich ein Stopp am nahe gelegenen Polarkreis, dann geht es abwechselnd auf schlängeligen und schnurgeraden Straßen nach Süden, bevor alle Oulu an der Ostsee erreichen.Währenddessen musste ich in Oulu an eben der Seo Tankstelle, an der wir zuvor Rast gemacht hatten, den Wagen abstellen lassen und dort zur Nacht bleiben. Hier ist auch die Werkstatt, die sich um das Auto kümmern wird, hier im Haus gibt es auch ein kleines Motel – es passt alles. Nur als ich in dem Kleinen Laden, die sich in der Tankstelle befindet noch nach 21 Uhr ein Bier kaufen will, bekomme ich keines, weil es eben schon nach 21 Uhr ist. Am nächsten Morgen heißt es zunächst warten, da an zwei anderen Wagen noch größere Reparaturen vorgenommen werden. Zeit, Tagebuch zu schreiben, dem Leben an der Tankstelle zuzusehen. Hier ist es, wie an anderen Orten der Welt inzwischen auch: Schon morgens kommen die älteren Herren, um sich mit einer Tasse Kaffee und einer Zigarette draußen auf die Bank in die Sonne zu setzen und jeden weiteren Ankommenden zu begrüßen. Dann kommt einer mit seinem neuen Pickup vorgefahren, alle scharren sich um das Auto und beginnen zu fachsimpeln. Eine Frau bekommt ihre Heckklappe nicht auf und gleich sind eine Reihe von Experten um sie gescharrt, geben schlaue Ratschläge, einer hilft schließlich über ein Spray aus der Werkstatt. Bisschen später kommen Jugendliche mit ihren Moppeds und Fahrrädern hier her, hängen mit einer Cola den ganzen Tag vor den Daddelautomaten herum, die es in Finnland an vielen Stellen in großen Mengen gibt und die immer dicht belagert sind. Das geht so lange gut, bis sie zum einen im Gastraum zu laut sind, zum anderen ihre Moppeds und Fahrräder so verstreut im Tankstellenbereich gelagert haben, des es dem Tankstellenpächter zu viel wird und er sie verscheucht – zumindest vorübergehend. Dann, nachmittags, ist es soweit. Nach dem Ausbau des Getriebes stellt sich heraus, das die Kupplung total herunter ist, nach knapp 40.000 km. Nach Rücksprache mit der Werkstatt und dem ADAC, werden neue Teile bestellt – eine Anlieferung über den ADAC wäre in diesem Fall auch nicht schneller gegangen. Freitag Nachmittag soll der Wagen fertig sein – bei mehr als 800 km zur Fähre in Helsinki ist das nicht zu schaffen, zumal ich den größten Teil des Gepäcks aller Tourteilnehmer im Auto habe. Also nehme ich mir einen Leihwagen – diese TankstellenMotelReperaturwerkstätte hat auch solche, lade mein Gepäck um und fahre entlang des Kemijoki zum Bottnischen Meerbusen bei Oulu, um dort am Abend auf die Gruppe zu treffen. Zum Tagesausklang gibt es noch ein Bier in der „spanischen“ Bar am Marktplatz.

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