Kiruna / Schweden,
Sonntag, 03.08.2008
Fahrt am Vǻksfjord entlang über den Anfang der Lofoten nach Harstad und dann weiter nach Narvik. Stadtrundfahrt. Über das Fjell entlang der Erzbahnstrecke nach Kiruna.
Auf dem Weg zurück zur E6 begegnen uns einige Rentiere. Schon nach kurzer Zeit verlassen wir die Hauptstraße und schlängeln uns entlang tief eingeschnittener Buchten am Vǻksfjord entlang, bis wir am Nachmittag Harstad erreichen. Immer wieder spektakuläre Aussichten, wundervoll bei dem großartigen Wetter. Bei dem klaren Himmel ist die Fernsicht überwältigend. Fast noch besser wird es in Narvik. Unser Hotel liegt direkt an der Talstation der Gondelbahn auf den Hausberg von Narvik. Wir klönen eine Weile mit einem GS-Fahrer aus dem Oberallgäu, der über uns schon von den Berlinern, die wir wiederum in Murmansk getroffen hatten, erfahren hatte. Es wird ein etwas längerer Abend.
Am nächsten Morgen fahren wir hinunter in den Ort und drehen noch eine Runde, bevor wir uns auf den Weg nach Kiruna machen. Langsam schraubt sich die Straße höher, es wird deutlich frischer und der Wind bläst ziemlich kräftig. Riksgrensen heißt dieser Übergang nach Schweden. Wir haben Glück, einer der Erzzüge fährt einige Zeit neben uns und wenig später erreichen wir unser Hotel in Kiruna, checken ein und machen uns für die Besichtigungstour in de Erzbergwerk bereit. Das ist schon ein besonderes Erlebnis, mit einem großen Bus in den Stollen hineinzufahren. Auf 580 m Tiefe befindet sich der Besucherbereich. Eindrucksvoll der Rundgang, der Film über die Anlage und die Informationen über das Abbauverfahren und die Produktion der Eisenpellets, in die das Erz umgewandelt wird.
Die beiden Erzberge der Stadt sind der Kiirunavaara, 749 m ü. NN, mit 60 bis 70 Prozent Eisengehalt und der 729 m hohe Luossavaara mit hochwertigem Magnetiteisenerz. Der Erzabbau erfolgt in einer Erzader, die schräg unter der Stadt verläuft. Mit voranschreitendem Abbau werden die Stadtteile darüber unterhöhlt, sodass es erforderlich wird, die Stadt innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu verlegen. Die Alternative wäre die Einstellung des Bergbaus und damit der Verlust der wirtschaftlichen Grundlage der Stadt. 2007 fasste der Stadtrat von Kiruna den Beschluss, dass die Stadt umsiedeln muss. Das Stadtzentrum von Kiruna wird um vier Kilometer versetzt werden, damit es nicht durch Einstürze gefährdet wird. Denn der Eisenerzabbau in den nahe gelegenen Minen verursachte schon Risse im Untergrund. Nach knapp drei Stunden sind wir wieder zurück, essen zu Abend und machen dann bei wundervollem Licht noch einen Stadtrundgang.