Jenseits der Teslinbruecke
Nun sind wir schon weit im Norden, in Teslin, gut 180 km vor Whitehorse. Bis auf die Batterie einer F 650, die gleich zu Beginn anfing rumzuzicken und dann, glücklicherweise erst am Ende einer tollen Pistenstrecke – mit mehrfachem Anschieben – versagte, ging alles gut – so sind wir allerdings 2 Tage hinter unserem Plan zurück, solange brauchte es, bis wir eine neue bekamen, die aber auch noch geladen werden musste. Aber die Hilfsbereitschaft ist gross. Doch der Reihe nach.
Nach dem suessen Fruehstueck in der Jugendherberge holen wir unsere Motorraeder aus der Tiefgarage und beginnen sie zu beladen. Wir sind fast fertig, als ein Motorradpolizist neben uns haelt und uns darauf aufmerksam macht, dass wir im bereich einer Bushaltestelle im Parkverbot stuenden. Ich kommen mit ihm ins Gespraech ueber uns und unser Vorhaben und muss nach kurzer Zeit mein Notizbuch holen, um all die guten Tipps, die er uns fuer die folgende Strecke gibt, aufzuschrei-ben. Zum Abschluss tauschen wir noch unsere Visitenkarten aus.
Eben bevor wir losfahren wollen, hoeren wir ein. Hi, you!. Es ist der junge Zoellner, der uns bei der Abwicklung des Einreisepaperkrams so nett geholfen hatte. Er hatte seinen freien Tag und wohnt nahe unserer Unterkunft. Zu seinem grossen Erstaunen mache ich mein Versprechen wahr, ziehe aus einem Packsack eine Dose mit deutschem Bier und schenke sie ihm.
Bei der Abfahrt zickt Ellens F 650, wir muessen sie anschieben. Dann fahren wir durch wunderschoene Stadtviertel aus Vancouver hinaus Richtung Horseshoe Bay, einem der Abfahrtorte der Faehre nach Vancouver Island. Nachdem Ellens BMW unterwegs einige male nicht angesprungen war, kontrollieren wir die Anschluesse der Batterie mit dem Verdacht, dass wir sie bei der Montage nicht richtig festgezogen hatten. Aber dem ist nicht so. Wir muessen feststellen, dass die Batterie teilweise ohne Wasser ist und dass, obwohl sie kurz vor der Abreise in Hamburg noch in einer grossen Inspektion gewesen war, mit dem Hinweis auf eben diese bevorstehende Reise.
Wir stoppen an einigen Tankstellen auf der Suche nach destilliertem Wasser, aber vergebens. Auch hier ist der Trend zu erkennen, der von einer Servicestation fuer Auto- und Motorradfahrer zu einem Supermarkt fuehrt, der nebenbei auch noch Benzin verkauft. Bei einem Moped- und Quadladen werden wir aber fuendig, der urspruenglich aus Portugal stammende Besitzer ist sehr hilfsbereit und wir fahren guten Mutes los.
Das Wetter war sehr wechselhaft, wir hatten alles vom Sonnenbrand bis stundenlangen Regenfahrten. Die Strasse, der Alaska Highway zu fahren, macht Spass, bis jetzt ist er durchgehend geteert, Benzin gibt es in ausreichenden Abständen, wenn gleich mitunter nur 87 Oktan, dafuer aber bleifrei. Alle möglichen Tiere sind uns begegnet, Bären – grosse und kleine – Elche, Karibus, Kojoten, ein Wolf, Bergziegen und Millionen von Mücken, die, wie es scheint, nur auf uns gewartet haben. Aber wir sind hier ja freiwillig.
Morgen werden wir den Highway auf einen Abstecher verlassen, um auf einem anderen Weg nach Dawson City zu gelangen. Mal sehen, wie`s wird.
Juri