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Karelien 2008

Abenteuer Karelien oder Im Osten (et)was Neues! – 9

Mikkeli / Finnland,

Donnerstag, 07.08.2008 

Big brother is watching you oder warum das Fahren auf den kleineren Straßen in Finnland so viel mehr Spaß macht. 

Von Kuopio fahren wir nach Nordosten. Es dauert, bis wir die Stadt verlassen haben, denn wie am tag zuvor, jede Ampel, an die wir kommen, zeigt rot. Bei der ersten sinnvollen Möglichkeit verlassen wir die 17 und damit die Blitzanlagen, die in regelmäßigen Abständen an den wichtigsten finnischen Überlandstraßen stehen. Auf netten kleinen Straßen erreichen wir das kleine Frauenkloster Lintula und fahren dann weiter zum Kloster Uusi Valamon, für das wir uns ausgiebig Zeit nehmen, die einen zu einem Mittagsschlaf, die anderen zu einer ausführlicheren Besichtigung. Das Kloster selbst ist zwar neueren Datums und nicht wirklich interessant, aber in den Museen gibt es hervorragende Ausstellungen vor allem all der Ikonen, Bücher und anderer Kultgegenstände, die am Ende des finnisch-russischen Krieges von der Klosterinsel Valaam im Ladogasee hierher verbracht worden sind. Beeindruckend. Mit einer älteren Dame unterhalte ich mich lange Zeit darüber und über das verlorene finnisch Karelien in Russland, die Beziehungen der Finnen dorthin, ihre Unterstützung für die dort verbliebenen Karelier und über die „neuen“ Russen“.

 Weiter über wunderschöne Erd- und Teerstraßen immer wieder über Brücken, direkt an Seen entlang, durch dichte und lichte Wälder, Blockmeere, an riesigen Findlingen vorbei, Kahlschlaggebieten, riesigen Stapeln mit geschlagenen Stämmen, meist Birke oder Tanne, große haufen von Reisig oder ausgerodeten Wurzelstümpfen, Stichstraßen zu kleineren oder größeren Gehöften, die ebenso wie die Seen durch die Bäume schimmern, Briefkästen , überwiegend in rot und grün an den Abzweigungen.Dann Kerimäki. Von dieser riesigen Holzkirche wird erzählt, dass ihr Architekt, der lange in den USA gelebt hatte, seinem Heimatort die Pläne zum Bau der Kirche geschenkt habe, gezeichnet in Fuß, von den finnischen Erbauern metrisch umgesetzt, also dreimal so groß. Selbst wenn die Geschichte nicht stimmt, ist sie dennoch schön und die Kirche zumindest wirklich beeindruckend groß!Weiter nach Savonlinna und am Ortseingang ein ziemlicher Stau, verursacht durch eine blöde Ampelschaltung. Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Burg Olavinlinna. Sie gilt als die besterhaltene mittelalterliche Festung Nordeuropas. Seit 1975 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Europaweit bekannt ist das alljährlich im Juli in der Burg stattfindende Opernfestival und – in Savonlinna finden seit 2000 auch jedes Jahr die Handy-Weitwurf-Weltmeisterschaften statt – sponsored by Nokia???Wie in anderen finnischen Städten liegt auch in Savonlinna der Marktplatz direkt am Wasser. Kurz danach zweigen wir nach Süden ab, nach Puumala, eine oder die schönste Motorradstrecke, die wir bis dahin in Finnland gefahren sind. Spaß ohne Ende und wir sind fast traurig, als wir dann endlich unser heutiges Tagesziel, Mikkeli erreichen. 

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