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Russland 2007

Mare Baltikum 2007-08-14 – Fahrt über die Grenze nach Finnland und durch die Seenplatte nach Lahti

Nach dem Frühstück bringen alle schnell ihre Sachen zum Bus, den ich vom bewachten Parkplatz vor das Hotel gefahren habe. Dann gehen alle mit ihren Helmen und dem ganz kleinen Gepäck zu den Motorrädern und sind bald mit dem Aufschließen und Starten der Kräder fertig und wir kommen sehr rechtzeitig los. Durch Umleitungen wegen diverser Baustellen und wegen der Einbahnstraßen ist es nicht ganz einfach, den Newski Prospekt in der richtigen Richtung zu erreichen. Aber auch das schaffen wir und wenig später halten wir am morgendlich leeren Schlossplatz vor der Eremitage für ein Foto. Noch ein Fotostopp an den Rastralsäulen und dann machen wir uns endgültig auf den Weg nach Vyborg. Die Streckenführung aus der Stadt ist auf Anhieb nicht ganz logisch, die Beschilderung nahezu nicht vorhanden, aber das Erinnerungsvermögen, das Gefühl für die richtige Himmelsrichtung und der Navi helfen mir dabei, selbst wenn der eine oder andere Mitreisende denkt, ich würde mich permanent verfahren. Schließlich sind wir auf der Vyborger Chaussee und von nun an gilt es nur, die Richtung zu halten und immer wieder zu sehen, dass wir nicht in eine Polizeifalle tappen. Die zum Teil ausgefahrenen Straßen, die mitunter chaotische Fahrweise der russischen Autofahrer – entweder schlingern sie mit alten Ladas lärmend vor uns her oder neue, dunkel verglaste große Geländewagen überholen uns, den Gegenverkehr ignorierend mit Geschwindigkeiten, die eher einer Rennstrecke angemessen wäre. Schließlich erreichen wir Vyborg, tanken kaufen noch ein und fahren durch eine immer finnischer anmutende Landschaft hinaus aus der Stadt, vorbei an der Burg, entlang des Salmaan-Kanals zu russisch-finnischen Grenze. In erstaunlich kurzer Zeit sind wir am finnischen Grenzposten angelangt und erreichen wenig später Lappeenrantaa. Wir schwenken in nordöstliche Richtung ab, Zeit für eineKaffeepause. Anschließend fahren wir auf der 408 durch die eiszeitliche hügelige Landschaft weiter. Es ist ein großer Spaß, dieses Auf und Ab, dieses Winden nach rechts und links, mal sanft geschwungen, mal schärfer gebogen, mit kleinen steilen Hügeln, die uns trotz der in Finnland erlaubten 80 km/h gelegentlich die Mägen nach oben hüpfen lässt. Wunderschön, dies Abfolge von kleinen Seen mit Wochenendhäusern an den Ufern, zumeist gelb oder rot, davor Motor- und Segelboote, sich sanft im leichten Wind bewegend. Dieser leichte Wind macht auch das Fahren erträglich, denn es ist heiß, fast schwül, über 30° C und der Himmel vor uns sieht aus, als würde es heute noch ein Gewitter geben. Es wir zunehmend dunkler, Blitze zucken quer über den Himmel, die Spitzen der Tannen und Birken biegen sich stärker, das Wasser auf den Seen, die wir passieren, kräuseln sich. Dann plattern die ersten dicken Tropfen auf die Vesire. Der Himmel wird zu einer merkwürdigen Mischung aus dunkel blau mit weißen Wolkenfetzen und einem ockergelbem Streifen am Horizont, wie vor einem Sandsturm. Dann kommt er, nicht der Sandsturm, sondern ein Wolkenbruch vom Feinsten. Es knallt und zuckt, wie bei einem Weltuntergang. Wir flüchten uns an den Rand des Waldes und alle, die wegen der Schwüle nur die Sommermotorradanzüge anhaben, müssen sich wasserdicht anziehen. Aber schon nach wenigen Minuten ist der Schauer vorbei und wir fahren in einen zunehmend heiteren Himmel hinein und erreichen dann das Hotel in Messilä bei Lahti. Ein leckeres Abendessen im Golfclub und ein Wodka vor der Tür unsere Hütte lässt den Abend angenehm ausklingen.

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